Archiv Meldungen 5 – von July 2012 bis December 2012


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BaZ ersetzt ihre Sonntagsausgabe mit der «SonntagsZeitung»

Die «Basler Zeitung» stellt ihre Sonntagsausgabe ein. Stattdessen erhalten die Abonnentinnen und Abonnenten ab 3. März die «SonntagsZeitung» aus dem Zürcher Tamedia-Konzern. Mehr bei kleinreport.ch

BaZ will mit Praktikanten überleben

Stelleninserat der BZM: «Die Basler Zeitung sucht per 1. Januar 2013 oder nach Vereinbarung eine Praktikantin oder einen Praktikanten für FotografInnen [sic!]. Wir suchen eine neugierige und zuverlässige Person, für die das Fotografieren mehr als nur ein Hobby ist. Die weiss, wie man eine Geschichte auf einem Bild einfängt. Einen Menschen gut ins Licht rückt und eine Reportage umsetzt. Sie kennen sich in der Region Basel aus und verfolgen das öffentliche Geschehen interessiert. Ihnen fallen kreative Ideen rasch ein. Idealerweise verfügen Sie über Grundkenntnisse in der Bildbearbeitung. Wenn Sie zudem unregelmässige Arbeitszeiten und ein manchmal etwas hektischer Alltag nicht abschreckt, freuen wir uns auf Ihre Bewerbung. [...] Das Praktikum wird mit 1'200 Franken pro Monat entlöhnt.» – Dies nach der Entlassung ihrer Fotografen: ein Kommentar erübrigt sich.

Ein origineller Druckauftrag für die BZM-Druckerei

Für einmal zitieren wir den offenbar alarmierten «Blick»: «Für 950’000 Franken hat die SVP eine eigene, 22 Seiten starke Zeitung produziert, welche morgen in der ganzen Schweiz in die Briefkästen gesteckt wird – auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Das berichtet heute die ‹Basler Zeitung›.
Die Druckerei ebendieser Zeitung hat auch den Auftrag für den Druck des ‹Extrablatts› erhalten – insgesamt 4 Millionen Exemplare! Auf die Deutschschweiz entfallen 2,8 Millionen Zeitungen.
Wer hat die publizistische Grossoffensive der Volkspartei bezahlt? Namen will Parteichef Toni Brunner keine nennen, aber ‹Unternehmerpersönlichkeiten aus der Partei› hätten ihre Schatulle geöffnet, sagt er zur ‹Basler Zeitung›.»

Sollte diese Publikation künftig, wie vermutet wird, periodisch erscheinen, erklärte das zum Teil den Zweck des finanziellen Engagements der Blochers bei den BZM. Der Bericht in der BaZ...

Presse, Demokratie und Meinung

Letzten Freitag veranstaltete die Besitzerin der BaZ, die Medienvielfalt Holding AG, einen geschlossenen Anlass zum Thema «Die Rolle der Medien in der Demokratie». Referenten waren Markus Spillmann, Chefredaktor der NZZ (Zitat: «Das schlimmste, was man einer Redaktion antun kann, ist, ihr nicht zu sagen, wem ihr Unternehmen gehört»), Ruedi Matter, Direktor von Radio und Fernsehen, Roger Köppel, Verleger der «Weltwoche», und Constantin Seibt, der ein ein kritisches Referat zur Presse-Thematik hielt, das im Tages-Anzeiger-Blog nachzulesen ist. Über das merkwürdige Oligarchentreffen berichtete in der TagesWoche Richard Aschinger, der beim Anlass im Zürcher Nobelhotel Baur en Ville auch Matters Kulturchefin Nathalie Wappler gesehen hat.

Leutenegger kaltgestellt?

Laut einem Bericht in der «NZZ am Sonntag» soll Filippo Leutenegger von Blocher kaltgestellt worden sein. Jetzt führe der neue BaZ-Chef Bollmann das operative Geschäft, womit es Leutenegger, wie sich ein BaZ-Sprecher ausdrückte, möglich geworden sei, «seinen zeitlichen Einsatz wie geplant zu reduzieren und auf ein Mass zurückzufahren, das dem eines Verwaltungsratspräsidenten entspricht.» Mehr in der NZZaS...

BaZ: Des «Eigentümers» Strategie

Bei seinem ersten Auftritt vor der Belegschaft der Basler Zeitung (BaZ) nannte Rolf Bollmann, der neue Chef der BaZ Gruppe, überraschend offen Christoph Blocher als den «Eigentümer der BaZ», obwohl diese doch offiziell der Medienvielfalt-Holding Tito Tettamantis und seiner Mitfinanciers gehört. Bollmanns Auftrag sei, die BaZ als selbständige Zeitung fortzuführen, und wenn für die Druckerei in den nächsten drei Monaten keine Lösung gefunden werde, werde sie geschlossen. Dies geht aus einem Bericht der TagesWoche hervor.
Gleiches sagte Blocher selber in einem Interview (nicht online) mit der Sonntags-Zeitung: «Die BaZ ist keine Zeitung, sondern ein notleidender Mischkonzern mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Dazu gehören nicht betriebsnotwendige Liegenschaften, Druckereien, Broker, Werbevermittler für Dritte und vieles mehr. Die Medienvielfalt-Holding will diese noch freie Tageszeitung unabhängig halten. Das Ziel ist eine ‹Basler Zeitung nackt›, nur mit Redaktion und unabhängigem Verlag.»

Interessante Zahlen zum einjährigen Bestehen der «TagesWoche»

Nach einem Jahr produziert die TagesWoche heute 22 500 beglaubigte Exemplare, davon gehen 18 000 an Abonnenten und über 3000 werden im Einzelhandel verkauft. Sie pflegt engagiert das Bild und hat neuerdings diesen Bereich von zwei auf drei Stellen ausgebaut. «Während andere Zeitungen die Bildredaktion abschaffen, sind wir von der Wichtigkeit der Bildarbeit absolut überzeugt» berichtet Co-Chefredaktor Leupin gegenüber kleinreport.ch. «Nach einem Jahr sind wir mit unseren Texten qualitativ da angekommen, wo wir hinwollten – und wir wollen auch hier noch zulegen.» Das Wochenblatt mit ausgebauter Online-Redaktion (ihre «community» zählt gegen 6000 Teilnehmer) beschäftigt heute 38 Leute; von ihnen sind 21 journalistisch tätig. Die guten Auflagenzahlen ermutigen sie, künftig mehr in die Anzeigenakquisition zu investieren, denn die Zeitung arbeitet noch nicht rentabel.

BZM bauen 25 Stellen ab

Um «sich zukünftig auf das Kerngeschäft zu konzentrieren» baut der Verlag der BaZ, die Basler Zeitung Medien (BZM), im Bereich seiner Tochterunternehmen 25 Stellen ab. «Dabei werden Kündigungen in einzelnen Bereichen nicht zu vermeiden sein.» Mehr bei onlinereports.ch

Neues rund um die BaZ

Nachdem vor kurzem bekannt wurde, dass Blocher und seine Tochter die BaZ-Liegenschaften am Äschenplatz und an der Hochbergerstrasse gekauft hat, um dem Unternehmen liquide Mittel zuzuführen, wird jetzt über die mögliche Schliessung der Druckerei spekuliert.
Vergangene Woche kündigte Markus Somm, wie onlinereports.ch meldete, allen Teilzeitfotografen, um neue Bedingungen zu oktroyieren: die Fotografen sollen u.a. die Nutzungsrechte an ihren Bildern für die Dauer von zwölf Monaten an die «Basler Zeitungen» abtreten und für eine Tagespauschale arbeiten. impressum und syndicom unterstützen die betroffenen Mitglieder und fordern von der BaZ, mit den Sozialpartnern über einen angemessenen Sozialplan zu verhandeln. Die BaZ ist dazu durch die Mindeststandards des Verbands Schweizer Medien verpflichtet (Art.16 der Mindeststandards.)

Petition «Medientransparenz» im NR abgelehnt

Die Petition von Kunst+Politik / Rettet Basel zur Offenlegung der Eigentumsverhältnisse an Medienunternehmen wurde am 28.9.2012 im Nationalrat behandelt. Eine Minderheit der Staatspolitischen Kommission hatte verlangt, daraus einen Kommissions­vorstoss oder eine Kommissionsinitiative auszuarbeiten. Dieser Antrag wurde von 70 National­rätinnen und Nationalräten unterstützt. Doch folgten 115 Stimmen der Mehrheit der Kommission, die beantragt hatte, der Petition keine Folge zu geben.
In der Kommission sass u.a. auch Nationalrat Christoph Blocher, der die Basler Bevölkerung mit dem Verschleiern seiner Besitzverhältnisse an der «Basler Zeitung» anderthalb Jahre lang vorsätzlich getäuscht hatte.

Kunst+Politik / Rettet Basel sind der Meinung, dass Demokratie eine Infrastruktur braucht, welche Informationen unabhängig von den (versteckten) Interessen von Financiers zugänglich macht und gewichtet.

Protokoll des Nationalrats

Namentliches Abstimmungsprotokoll

Bericht der staatspolitischen Kommission, 17. 8. 2012

Presseberichte: Sonntag/bz basel

BaZ setzt auf die Reizthemen «Kriminalität» und «Sicherheit»

«Eine Zeitung hat ihr Thema gefunden», titelt Christian Mensch in «Der Sonntag» vom 23. September 2012. Wie keine andere Schweizer Regionalzeitung setze die «Basler Zeitung» auf Gewalt und die Ängste der Bevölkerung. Dies belege eine wissenschaftliche Auswertung der Universität Zürich.

Die «nackte» Basler Zeitung

Sein Ziel, erkläre Christoph Blocher im kleinen Kreis, sei «die nackte Basler Zeitung», bestehend nur noch aus dem Notwendigsten: Redaktion und Verlag. Die Liegenschaften würden abgestossen, die Zeitungsdruckerei geschlossen. Auf der Redaktion müssten mindestens drei Millionen eingespart werden. Die bezahlte Auflage liege mittlerweile um über 20 000 Exemplare tiefer als beim Kauf der Zeitung. Allein dies seien Mindereinnahmen von sechs Millionen Franken. Doch Blocher entwickle zunehmend einen «Altersstarrsinn». Er wolle «die letzte grössere, unabhängige Zeitung» vor dem Zugriff von Tamedia, NZZ und AZ Medien retten. Deshalb werde er auch in fünf Jahren noch das Sagen bei der BaZ haben. Sein «Ehrgeiz und seine Gesundheit» wirkten «stabil».
Dies alles schreibt einer, der es wissen kann: Kurt W. Zimmermann in der «Weltwoche» vom 13.9.2012.

Zur «Leservermehrung» bei der Basler Zeitung

Nachdem die wemf (AG für Werbemedienforschung) im allgemein tristen Umfeld der Schweizer Pressekrise just bei der BaZ einen kleinen Leser/innen-Zuwachs gemessen hatte, weiss nun der Fachdienst Werbewoche unter dem Titel «Wunderbare Leservermehrung bei der Basler Zeitung» uns erschrockene Laien aufzuklären: «Dieser Zuwachs ist allerdings nicht real, sondern bloss Ergebnis eines legalen «Tricks», mit dem die Baz-Verantwortlichen das Wemf-System geschickt ausnützten.»
Der ausgetretene BAZ-Chef Roland Steffen dementiert jede Absicht; er nennt die Zahl «bloss einen angenehmen Nebeneffekt» infolge der den BaZ-Abonnenten zwangsverschriebenen Sonntagsausgabe. «Die haben wir nur wegen des Angriffs der AZ Medien lanciert und weil sie uns als letzte einigermassen realistische Wachstumsmöglichkeit für die Baz erschien.»
Weitere Details recherchierte unterdessen die Webpublikation onlinereports.ch.

Rolf Bollmann wechselt von Tamedia als CEO zur BaZ-Gruppe

Der Tamedia-Verlagsmann Rolf Bollmann wird per sofort neuer CEO der BaZ-Gruppe. Er soll die eingeleiteten operativen Restrukturierungen der BaZ-Gruppe weiterführen, teilte der Verlag am Montag mit. Neben Roland Steffen verlässt auch Stefan Meili den Verwaltungsrat der National Zeitung und Basler Nachrichten AG und konzentriert sich in der Geschäftsleitung auf seine Funktionen als Finanzchef und Leiter des Unternehmensbereichs «Services». Mehr bei kleinreport.ch; in der NZZ; Werbewoche.

Es rumort weiter bei der BaZ

Über Kündingungen und Entlassungen bei der BaZ weiss die Tageswoche weiteres zu berichten: Der Bildredaktor Bernard Vesco geht, bei den Fotografen und Kolumnen soll gespart werden – Verleger Leutenegger spricht von «Effizienzmassnahmen».

BaZ: Konzernchef geht im Streit

Roland Steffen, der operative Chef der Basler Zeitung Medien, verlässt die Firma per sofort. Steffen sei «auf eigenen Wunsch», aber «im gegenseitigen Einvernehmen» von allen seinen Ämtern als Verwaltungsrat der National Zeitung und Basler Nachrichten AG sowie als Geschäftsführer (CEO) der Basler Zeitung Medien zurückgetreten. Steffen war als Verlagsleiter im Jahr 2005 zur BaZ gestossen. Im Jahr 2010 übernahm er die operative Führung der BZM. Mehr bei onlinereports.ch... Filippo Leutenegger will sich laut kleinreport.ch (Newsletter) zur Angelegenheit erst am Montag äussern.

Neuer Bundeshausredaktor der BaZ

Nachdem mit einer Ausnahme im Juni die ganze Bundeshausredaktion der BaZ gekündigt hatte, wird ab Oktober (neben Christian Mundt, heute Wirtschaftsredaktor des Blattes) der PR-Berater Dominik Feusi das Bundeshausressort betreuen. Mehr bei www.persoenlich.com ...

Gratulation.

Das Team von Rettet Basel freut sich, dass der Schriftsteller Guy Krneta, der Initiator unserer Aktion, mit dem diesjährigen Prix Suisseculture* ausgezeichnet worden ist. Die Jury schreibt: Stets war und ist Guy Krneta kulturpolitisch engagiert, so zum Beispiel bei Kunst+Politik, wo er als Präsident massgeblich die Aktion Rettet Basel verantwortet. Sein Engagement hat öffentliche Wirkung. Krneta ist einer, der hinsteht, sich Debatten stellt und sie selber initiiert. Klug, gradlinig, weltoffen und stets über die eigenen künstlerischen Ambitionen hinaus blickend, ist Krneta eine Ausnahmeerscheinung im Schweizer Kulturbetrieb. – Das Team von RettetBasel! gratuliert herzlich.

* Suisseculture ist der Dachverband der professionellen Kulturschaffenden in der Schweiz. Die Preisverleihung fand am 7. Juli 2012 im Rahmen von Cyclope in Nidau statt.

Matthias Zehnder wird Chefredaktor der «bz Basel»

Matthias Zehnder (45) wird Chefredaktor der «bz Basel». Zehnder, seit 2007 Chefredaktor der «Coopzeitung», übernimmt sein neues Amt per 1. November 2012 und wird für die publizistischen Aktivitäten der «bz Basel», der «bz Basellandschaftlichen Zeitung» sowie der Basler Ausgabe von «Der Sonntag» verantwortlich sein.
Mehr bei kleinreport.ch...

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