
Briefkastenkleber: «Keine BaZ (auch nicht geschenkt)»
Offener Brief an den Chefredaktor der SonntagsZeitung (Tamedia)
von Werner Gysin
Sehr geehrter Herr Chefredaktor Spieler, Gestatten Sie mir, dass ich Sie ab heute als Falschspieler betrachte. weiter
Schmierige Annäherungsversuche
von Ursula Nakamura-Stoecklin
Offensichtlich versucht die im Sinkflug begriffene Basler Zeitung nun in krassem Boulevardstil neue Leser/innen zu weiter
BaZ-Abo-Kündigung
von Urs Lehmann
Sehr geehrter Herr Somm, Als passioniertem Zeitungsleser war es mir immer wichtig, eine lokale Zeitung zu abonnieren weiter
Sparlampen erfüllen
von Thomas Hungerbühler
Der Journalist für Politik und Wissenschaft bei der BAZ, Michael Breu, beklagt „unvollständige und einseitige Dossiers weiter
Ein Twitter von Kurt Imhof
von Kurt Imhof
Die BAZ ist nicht nackt - sie ist in tamedia weiter
Was können wir tun?
von Heinz Studer
Was können wir normale Bürger gegen die andauernde Verunglimpfung durch die BaZ tun? Wir haben das Abo vor längerer weiter
Die Basler «TagesWoche» baut ihre Chefredaktion um. Dani Winter, bisher Produzent und Online-Koordinator, wird Redaktionsleiter; Urs Buess, bisher Co-Chefredaktor, nimmt als publizistischer Leiter im neu gegründeten Verlegerausschuss der Stiftung Medienvielfalt Einsitz. Sein bisheriger Co-Chefredaktor Remo Leupin bleibt Leiter der Printausgabe. In dieser Funktion soll er die gedruckte Ausgabe der «TagesWoche» weiterentwickeln, wie der Verlag am Freitagabend mitteilte.
Neu gelte bei der Wochenzeitung das Prinzip «Online First». Mehr...
In der AZ vom 11. April lässt sich deren Verleger zur aktuellen Lage seiner Medien interviewen: «Mit dem Engagement in Basel bin ich sehr zufrieden. Unsere Auflage steigt kontinuierlich, während die der «Basler Zeitung» sinkt. Bei uns sind es mittlerweile bald 26000 Exemplare verkaufte Auflage, also plus 6000, während die Druckauflage der BaZ gemäss verlässlichen Quellen auf unter 50000 gefallen ist und die abonnierte Auflage in der Region sich dem Vernehmen nach der 40000er- Marke nähert. Unser Ziel für die bz liegt bei 30000 – das ist realistisch.» – Diese Zahlen bezeichnet BaZ-CEO Bollmann, der sich fürs Newsnet von seinem stellvertretenden Chefredaktor Thommen interviewen lässt, als «Falschaussagen». Die BaZ habe zur Zeit 60'563 Abonnenten. (Anm. RB: Beglaubigte Abonnentenzahl Juni 2012 laut WEMF: 62'707.) – Mehr auch bei Online-Reports.
Am 29. März veröffentlichte die BaZ einen Artikel von Thomas Wehrli: «Alle fünf Minuten wird ein Christ ermordet», mit Zitaten u.a. aus dem Blog des Heilbronner Rechtspopulisten «Michael Mannheimer», der in Deutschland wegen Volksverhetzung vor Gericht steht. Während der Tages-Anzeiger und der Bund den Artikel gelöscht haben, steht die BaZ offensichtlich nach wie vor zum hetzerischen Artikel ihres stellvertretenden Politikchefs. Analysen des Artikels und seines Hintergrunds finden sich mit weiteren Verweisen ua. unter publikative.org . Eine vertiefte Analyse bietet der Religionswissenschafter Oliver Wäckerling auf medienspiegel.ch
Parlamentsmitglieder müssen Beteiligungen an Medienunternehmen weiterhin nicht offenlegen. Der Nationalrat lehnte am Freitag mit 88 zu 79 Stimmen die Motion von Beat Jans ab, mit der er verlangte, dass Mitglieder des Parlamentes offenlegen, wenn sie durch Besitz oder Mandat Einfluss auf Medien nehmen. Protokoll Nationalrat | Mehr: siehe NZZ,
Die Basler Zeitung Medien, Eigentümerin des Kleinbasler Anzeigers «Vogel Gryff», trennt sich von dessen Verwaltungsräten Roland Vögtli (Präsident), Peter Winiker und Elio Tomasetti. Dies, obwohl diese noch bis Ende Juni 2013 gewählt sind. Begründet wird die Absetzung laut Vögtli: Man wolle sich von externen VR-Mitgliedern trennen. Mehr in der bz vom 18. März...
In einem Gespräch mit Francesco Benini bestätigt der BaZ-Chef Bollmann in der NZZ am Sonntag: »Die Auflage der BaZ ist im Jahr 2012 um über 10 Prozent zurückgegangen.«
»Es gibt sicher Leute, die ein anderes Gedankengut haben als Herr Blocher und welche die «Basler Zeitung» abbestellten, weil Herr Blocher in das Medienunternehmen involviert ist. Ich denke, dieser Prozess ist nun abgeschlossen.« – Einiges deute darauf hin, dass »wir dieses Jahr die Talsohle erreichen und zumindest eine Stabilisierung der Auflage eintritt.» –»Wie wir den Trend brechen, bleibt mein Geheimnis. ... Ich habe einen Plan, den ich zu gegebener Zeit bekanntgebe. Klar scheint mir, dass etwas passieren muss.«
Die BaZ solle eigenständig bleiben, doch die Kooperation mit Tamedia sei »für uns im Werbemarkt von zentraler Bedeutung. Wirtschaftlich spielt die Musik im sogenannten goldenen Dreieck Zürich, Bern und Basel. Nur wenn man im Werbemarkt die drei grössten Ballungs- und Wirtschaftsregionen der Deutschschweiz im Paket anbieten kann, kommt man auf die notwendige Marktkraft. Die BaZ kann ohne Nutzung von Synergien wirtschaftlich keine vernünftige Rendite mehr erzielen. Deshalb schliesse ich nicht aus, dass wir noch weitere Kooperationen mit Tamedia oder anderen Partnern eingehen.« (NZZ am Sonntag vom 3.März 2013)
Ein Artikel im SONNTAG vom 16.2.2013 beleuchtet die Beziehungen zwischen Christoph Blocher und der Tamedia. Es scheint, dass der Milliardär versucht, auch Einfluss auf den Tages-Anzeiger zu gewinnen. Lesen...
Die Angestellten der BaZ-Druckerei haben einem revidierten Sozialplan, der von der Unternehmensleitung vorgelegt wurde, zugestimmt. Die Drucker hätten das Angebot allerdings «mit der Faust im Sack» unterzeichnet, wie die Syndicom am Mittwochabend mitteilte. Der Warnstreik habe erreicht, dass eine breite Öffentlichkeit erfahren habe, wie knausrig und arrogant die BaZ-Besitzer und ihre Stellvertreter mit dem Personal umgegangen seien. Die Drucker hatten pro geleistetes Dienstjahr eine Entschädigung von 1 000 Franken verlangt, stattdessen erhalten sie nun 400 Franken pro Jahr. Quellen: kleinreport.ch | TagesWoche | syndicom.ch
Wie wir in unserem Newsletter bekanntmachten, sind die Drucker der BaZ am Sonntag um 23 Uhr in den Streik getreten. Mehr: www.tageswoche.ch, www.syndicom.ch, onlinereports.ch, Depeschenagentur, Regionaljournal. – Der Streik wurde um 6 Uhr beendet; die Belegschaft setzt ein Ultimatum bis Dienstagabend für einen akzeptablen Sozialplan.
Laut syndicom hat die Geschäftsleitung den Druck der BaZ an die Tamedia ausgelagert; die Druckvorlage-Daten seien seit einiger Zeit schon jeweils bei anderen Druckereien deponiert worden. Der Druck der Coop-Zeitung, von der eine Teilauflage in Basel gedruckt wird, wurde erst nach Streikende angegangen, hier werde es zu Verzögerungen kommen.
Die Gewerkschaft syndicom hat eine Petition lanciert, die online unterschrieben werden kann. Unterschriftenbögen können auch hier heruntergeladen werden.
Die Gewerkschaft Syndicom scheiterte mit ihrer Bemühung, die Frist um zwei Monate zu verlängern, um eine anderweitige Lösung zu finden. Laut einem Bericht in der bzBasel lehnte die Unternehmensleitung der Basler Zeitung Medien (BZM) diesen Vorschlag ab. Die nun definitiv beschlossene Schliessung kostet 72 Personen die Stelle, elf werden pensioniert und zehn Mitarbeitern und drei Lehrlingen wurde eine Stelle im Zürcher Tamedia-Druckzentrum angeboten.
Unterdessen machte laut einem Bericht in der Aaargauer Zeitung ein Druckereimitarbeiter bekannt, dass die Druckerei zu 56% ausgelastet gewesen sei, nicht zu 23%, wie die BZM behauptet, und dass CEO Bollman die wirklichen Zahlen kannte. «Bollmann wurde geholt, um die Druckerei zu schliessen.» Bereits im letzten Frühling habe sich das Management nicht mehr richtig um Druckaufträge bemüht. Für das Personal sei das hart gewesen.
Frühere Pressestimmen zur Schliessung:TagesWoche | 20 Minuten online | Guy Krneta: Audiobeitrag bei Journal B
Über einen Fall von Vorverurteilung eines im Prozess freigesprochenen Angeklagten durch die BaZ, das Schweigen der Justiz und das skandalöse Verharmlosen eines klaren Verstosses gegen die Presseethik durch den BaZ-Anwalt Martin Wagner berichtet Philipp Cueni (2.1.2013, infosperber.ch) in einem ausführlichen Text.
«In der Basler Zeitung wird am 29. März mit 3373 Zeichen und einem grösseren Bild über einen Fall berichtet, zu welchem am gleichen Tag der Prozess stattfindet. Wie das die Basler Gerichtsordnung ermöglicht, konnte der am Gericht akkreditierte Journalist Mischa Hauswirth (BaZ) vorgängig zum Prozess Einsicht in die Anklageschrift nehmen. Ohne den Prozess abzuwarten, nutzt Hauswirth die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zu einem Text, der auf eine Vorverurteilung hinausläuft: «21-Jährige in einer Bar vergewaltigt» titelt die BaZ, ‹Heute beginnt der Prozess vor dem Strafgericht gegen einen 30-jährigen Türken› steht im Lead. Dann schildert Hauswirth den Tathergang gemäss der Anklageschrift bis in Details. Die Beschreibung vermittelt dem Leser den Eindruck, die Tat wie beim TV-Krimi selbst zu beobachten. Im Text gibt es keine Zweifel, dass die Tat so stattgefunden habe und der Täter schuldig sei.» [...]
«Am Prozess selbst ist Mischa Hauswirth nicht anwesend und auch kein anderer Gerichtsberichterstatter der Basler Zeitung. Der Prozess endet mit einem Freispruch. Die Basler Zeitung vermeldet diesen am Folgetag in einer klein aufgemachten Kurzmeldung von 450 Zeichen: «Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung». [...]
Über die Argumente am Prozess erfährt die Leserschaft nichts, auch nicht zum hier wichtigen Element, warum sogar die klagende Staatsanwaltschaft entgegen der Anklageschrift schliesslich auf Freispruch plädierte. In der Öffentlichkeit läuft eine solche Berichterstattung auf eine Vorverurteilung und von der Wirkung sogar auf eine Verurteilung des Angeklagten hinaus.»
Der neue Chef der BaZ hat vor kurzem im Magazin «Persönlich» Blochers medialem Steigbügelhalter Ackeret ein unflätiges Interview gegeben, in dem er generell die Journalisten beschimpft (Zitate bei kleinreport.ch). Nun hat sich seine Zeitung mit einer üblen Boulevard-Attacke gegen die Basler Regierungsrätin Eva Herzog hervorgetan. Dagegen hat die SP Basel protestiert. Chefredaktor Urs Buess widmet in der TagesWoche diesen Schmuddeligkeiten einen Kommentar in Form eines offenen Briefs an den frühern Fussball-Haudegen. Weitere Reaktionen: Urs P. Gasche auf infosperber.ch | Philipp Cueni in EDITO ONLINE
Eva Herzog hat unterdessen erklärt, keine rechtlichen Schritte einzuleiten. «Die Zivilgesellschaft hat reagiert» und es habe sich gezeigt: «Die Leute wissen genau, wie sie den Artikel einzuordnen haben.» (Der Sonntag/kleinreport.ch)